Beflügelndes

Professionals nehmen täglich eine für ihre Klient*innen und Kund*innen förderliche Haltung ein. Sie hören zu, ermutigen, grenzen ab, sprechen Klartext, schleppen Verantwortung, fühlen mit, halten aus, bereiten vor, bringen Fachlichkeit ein, stellen Anträge.

Mich nähren Begegnungen.
Im Austausch mit anderen Menschen tanke ich auf. Dialog und Resonanz helfen mir bei meiner „Flügelpflege“.

  • Freier atmen – Achtung neuer Termin:Veranstaltungen an vier Tagen vom 28. Mai bis 2. Juni.
    Ich freue mich auf den kostenlosen digitalen DGSF-Fachtag: „Out Of the Box – Sex and Gender: Systemisches Arbeiten intersektional“. Die Fachgruppe systemische Paar- und Sexualberatung und die Regionalgruppe Bochum bereiten ihn vor und laden ein.
    Übrigens: Wer wissen will, was intersektional heißt, findet im Gunda-Werner-Institut kluge Antworten

  • Die Flügel wachsen noch bei meinem neusten Projekt: rosa mimosa. Davon mehr, sobald die schutzgebende Eierschale aufknackt.

  • Mit der „Theorie U“ des super diversen Teams rund um Otto Scharmer lernte ich weiter und tiefer. Die 14 Wochen „u.lab“ haben mich gestärkt und in Verbindung gebracht mit anderen, die lebensförderlichen Wandel für möglich halten. Zur weiteren Stärkung und Sensibilisierung für Zusammenhänge treffe ich mich regelmäßig im „coaching circle 470“ mit holländischen, englischen und österreichischen Kolleg*innen. Thank you, danke und bedankt!

  • Beflügelt durch Corona: Seit dem 16. März 2020 berate ich auch videobasiert online. Und richtig gern. Die Skills habe ich zusammen mit Kolleg*innen im co-learning-space von Maurice Malten gewoben. Woche für Woche haben wir unser analoges Repertoire in virtuelle Beratungskunst verwandelt.

  • Mitgefühl und Handeln
    Zunächst geriet ich eher ins Flattern und Flügel schlagen, als mir bewusst wurde, wie Covid-19 meine Arbeit und unser aller Leben verändern würde. Ich orientiere mich immer noch. Vom unfreiwilligen Innehalten für die einen bis zur Überarbeitung und Erkrankung für andere, nehme ich Anlass für Neukonstruktionen wahr. Was mich in dieser Zeit beflügelt, das sind solidarische Initiativen und der Profitverzicht, den ich beobachte. Menschen helfen Nachbarn, Kund*innen bieten ihren Lieblingsläden Hilfe an. Arbeitgebende stocken das Kurzarbeitergeld auf. Politiker*innen nennen einander Kolleg*in. Meine Schwester näht Masken. Eine Brauerei produziert Desinfektionsmittel. Konkret mache ich bei diesen beiden Initiativen mit:
    Zwei junge Berater*innen vermitteln ehrenamtlich Beratungsgespräche über ihre online Plattform: Systemische Unterstützung.
    Und unter dem Stichwort „Eine Hand wäscht die andere“ bietet die DGSF-Fachgruppe Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung Akut-Supervision für andere DGSF-Mitglieder an. Ein offenes Beratungsangebot der DGSF für jede* gibt es auch.

    Mir hilft die Überlegung: „Was braucht mein zukünftiges Ich von meinem jetzigen?“

  • Resonanz, die beflügelt:
    Mein Kollege Markus Chmielorz setzte einen Fuß in meine Praxisräume.
    An Freitagen bietet er nun systemische Beratung / Therapie an. Toll: Systemisch-kollegialer Plausch an der Kaffeemaschine!

  • Wenn der Familie Flügel wachsen:
    Seit August 2018 besucht mein Sohn zusammen mit Schüler*innen aus 50 Nationen in Mostar (Bosnien und Herzegowina) eine UWC-Schule. Seine Erfahrungen vor Ort, und meine als Mutter, als Reisende und als Beobachterin, nähren die Supervisorin und die Organisationsberaterin in mir.
    Grenzerfahrung, Neugier, neu gucken, staunen. Erschrecken. Anderes wichtig finden. Mitfühlen, aushalten. Für möglich halten … Eine intensive Zeit, die mit College-Schließungen wegen Covid-19 eine überraschende Verlagerung erfuhr. Global home-schooling und ZOOM-Klassen. Die Welt bei uns zuhause zu Gast.

  • Neue Sichten und Ermutigung erfahre ich im Kontakt mit zwei Aktivistinnen, die ich 2018 in Sarajevo traf. Sie starteten einen Verein mit dem Namen „Forgotten Children of the War“. Ihr Ziel ist es, auf eine Verbesserung der Situation von Menschen hinzuwirken, deren Mütter sie durch sexualisierte Gewalt im Krieg bekamen. Ajna und Norah sind für mich mutige Frauen, die systemisch gesprochen, die Konstruktion ihrer Geschichte selbst in die Hand nehmen.